Für eine starke Rauchentwicklung und einen langwierigen Einsatz der Feuerwehr sorgte der Brand eines Elektro-Hybrid-Fahrzeuges am Montagmittag in der Kemnather Altstadt.
Während Ladetätigkeiten geriet am Montagvormittag, 18. Mai 2026, in einer Garage eines Unternehmens auf dem Kemnather Stadtplatz ein Plug-in-Hybrid-Fahrzeug in Brand. Gegen 11:14 Uhr wurden die Feuerwehren Kemnath, Kulmain und Höflas zum Brand einer Garage, mit dem Hinweis, dass in der Garage Elektrofahrzeuge abgestellt sind, alarmiert.
„Die Rauchentwicklung konnte in den Räumlichkeiten der Geschäftsstelle schnell wahrgenommen werden, sodass alle Angestellten rechtzeitig und unverletzt das Gebäude verlassen und den Notruf absetzen konnten“, schreibt Polizeioberkommissar Manuel Lenk von der Polizeiinspektion Kemnath im Pressebericht.
„Beim Eintreffen an der Einsatzstelle konnte eine leichte Verrauchung ohne jegliche Sichteinschränkungen in der Garage, jedoch ein starker Brandgeruch, festgestellt werden“, beschreibt Michael Denz, welcher als Zugführer bereits vier Minuten nach der Alarmierung vor Ort war, die erste Lage. „Rund zwei Minuten später erfolgte durch einen Trupp unter schwerem Atemschutz die Lokalisierung der Brandstelle am Fahrzeug in der Garage“, so Denz.
Binnen kürzester Zeit kam es zu einer starken Verrauchung. Umgehend und nachdem festgestellt wurde, dass die Hochvoltbatterie des Fahrzeuges vom Brand betroffen ist, wurde versucht das Fahrzeug zur Vermeidung eines Gebäudeschadens durch eine möglich zu erwartende Brandentwicklung aus der Garage zu verbringen. „Aufgrund des Brandgeschehens im Fahrzeug war die Elektrik nicht mehr in Takt, so dass weder die Neutralschaltung noch die Feststellbremse deaktiviert werden konnten, um das Fahrzeug aus der Garage zu schieben.“
Von einem nahegelegenen Unternehmen wurde daraufhin ein Radlader zur Unterstützung herangezogen, womit das Fahrzeug aus der Garage gezogen werden konnte. Durch zwei Atemschutztrupps wurden Löschmaßnahmen sowie die Kühlung der betroffenen Batterie durchgeführt. Während der Lösch- und Kühlmaßnahmen kam es mehrmals zu offenem Flammenschlag und lauten Knallgeräuschen wegen „durchgehender Batteriezellen“.
Wegen der enormen Rauchentwicklung wurden Anwohner und Passanten im Umkreis des Kemnather Stadtplatzes unter anderem über die NINA- und MoWaS-Warn-App gebeten, den betroffenen Bereich zu meiden sowie unter anderem Fenster und Türen geschlossen zu halten. In der näheren Umgebung erfolgte die Warnung der Anwohner und Passanten zudem durch Einsatzkräfte der Feuerwehr. Nach rund anderthalb Stunden konnte die Warnmeldung auch wieder aufgehoben werden.
Zudem wurde zur Gas- und Schadstoffmessung das CBRN-Erkundungsfahrzeug des Zivilschutzes des Bundes, welches bei der Feuerwehr in Mitterteich für den Landkreis Tirschenreuth stationiert ist, angefordert. „Zum Zeitpunkt der Messungen im Umfeld der Brandstelle konnten keine gefährlichen Konzentrationen für die Bevölkerung festgestellt werden“, so die Feuerwehr. Für das neue CBRN-Erkundungsfahrzeug war dies der erste Einsatz im Landkreis Tirschenreuth.
Unter der Leitung des Kreisbrandmeisters Gefahrgut, Dr. Klaus Helm, nahm ein Atemschutztrupp der Feuerwehr Kulmain weitere Messungen im betroffenen Gebäude vor. Be- und Entlüftungsmaßnahmen wurden durch einen tragbaren Lüfter sowie den Großlüfter der Kemnather Wehr durchgeführt.
„Stetig wurden die Hochvoltbatterie gekühlt und fortlaufend Messungen der Temperatur mittels Wärmebildkamera durchgeführt und diese dokumentiert“, beschreibt Zugführer Michael Denz die langwierigen Maßnahmen. „Diese Maßnahmen waren jedoch erforderlich, damit ein zertifiziertes Abschleppunternehmen das Fahrzeug dann auch bergen konnte“, so Denz.
Bis zum „Havarie-Platz“ wurde das Abschleppfahrzeug von der Feuerwehr begleitet, „um bei einer möglichen Brandentstehung sofort Löschmaßnahmen ergreifen zu können“, werden die Umstände weiter beschrieben. Zur Reinigung und zum Entkleiden der eingesetzten Atemschutztrupps wurde ein Dekontaminationsplatz in der Trautenbergstraße errichtet.
Im Mehrzweckfahrzeug der Kemnather Wehr wurde eine Einsatzleitung eingerichtet, welche von Kommandant Peter Denz geführt wurde. Kreisbrandmeister Florian Braunreuther und Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther sowie Gruppenführer Lukas Häckl waren dabei beratend und unterstützend tätig.
Nach rund vier Stunden war der Einsatz vor Ort vorerst beendet. Während der Einsatzmaßnahmen war die Trautenbergstraße voll- und der obere Stadtplatz zeitweise gesperrt. Unter den rund 35 Einsatzkräften der Feuerwehren Kemnath und Kulmain waren sechs Atemschutztrupps eingesetzt. Gegen 17 Uhr erfolgte eine nochmalige Messung im Gebäude durch die Feuerwehr. „Ein Gebäudeschaden entstand nicht, der Pkw erlitt einen Totalschaden in Höhe von ca. 50000 Euro“, heißt es von der Kemnather Polizei abschließend.
Bild 1: Brand eines Elektro-Hybrid-Fahrzeugs in einer Garage: Nachdem das Fahrzeug aus der Garage gezogen war, löschten Atemschutztrupps den Brand, kühlten und kontrollierten die Hochvoltbatterie.
Bild 2: Der CBRN-Erkunder des Zivilschutzes des Bundes, stationiert für den Landkreis Tirschenreuth in Mitterteich, hatte am Montag den ersten Einsatz in Kemnath.