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Nach Lehrgang nun Kernstücke der Feuerwehrtruppe

Ohne sie hat der Löschtrupp kein Wasser am Strahlrohr und das Feuerwehrauto gelangt nicht zur Einsatzstelle: Maschinisten sind das Kern- und damit Herzstück der Einsatztruppe. Nun absolvierten 20 Brandschützer des Landkreises den Lehrgang.

Landkreis Tirschenreuth / Kastl bei Kemnath.

Von Michael Denz

Im Einsatz muss jeder Handgriff sitzen, ob bei Tag oder Nacht. Damit die Feuerwehreinsatzkräfte zügig und sicher an die Einsatzstelle gelangen und dort im Ernstfall auch umfängliche und zielgerichtete Hilfe leisten können ist eine fundierte Ausbildung und gute Fortbildung neben der steten Einsatzbereitschaft von Mannschaft und Gerät eine bedeutende Grundvoraussetzung.

Zwanzig Feuerwehrleute des Landkreises Tirschenreuth absolvierten jüngst den zweiwöchigen Lehrgang „Maschinist für Löschfahrzeuge und Tragkraftspritzen“ und nehmen somit nun eine wichtige Position in der Reihe ihrer Feuerwehren ein. „Die Maschinisten sind das Kernstück in der Feuerwehrtruppe“, betont Kreisbrandmeister Alois Schindler. Bedingt durch die Coronapandemie war dies der erste „richtige Lehrgang“ auf Kreisebene, welcher seit mehrmonatiger „Zwangspause“ wieder abgehalten und auch abgeschlossen wurde.

Neben dem Ausbildungsplan wurde auch ein Hygienekonzept durch die Verantwortlichen und Ausbilder des Kreisfeuerwehrverbandes aufgestellt. Bedingt der geltenden Auflagen fand der Lehrgang aufgrund der notwendigen Platzverhältnisse nicht im Feuerwehrhaus, sondern im Kastler Schützenheim statt. Der Lehrgang selbst gliederte sich in theoretische und praktische Ausbildung.

Bereits am ersten Lehrgangstag erhielten die Lehrgangsteilnehmer Besuch von der Polizei: Polizeihauptmeister Carsten Landgraf unterwies die Fahrer der Einsatzfahrzeuge bezüglich des Straßenverkehrsrechts, in die Rechte als auch Pflichten als Lenker der Blaulichtfahrzeuge sowie die Absicherung von Einsatz- und Gefahrenstellen. Lehrgangsleiter Alois Schindler unterrichtete im Hinblick auf die Aufgaben als Maschinisten.

Sicherer Betrieb

„Aufgelockert“ wurde der theoretische Unterricht, bei dem sich die Dienst- und Unfallvorhütungsvorschriften zu Gemüte geführt wurden, durch die Motorenkunde, die Inbetriebnahme von Motorlöschgeräten, sowie den Pumpenbetrieb mit Saug- und Druckschläuchen und der Hydrantenkunde. Hierbei wurde bei den verschiedensten Einsatz- als auch Löschfahrzeugen und Pumpen die möglichen Betriebsarten „studiert“.

Aber auch die Inbetriebnahme und Bedienung von kraftbetriebenen Geräten gehört zur Aufgabe der Maschinisten. Neben dem Stromerzeuger wurde auch der fachgerechte und sichere Betrieb von Kettensäge als auch elektrischer Geräte wie Beleuchtungsausrüstung, Trennschleifer, Rettungsgeräten und Tauchpumpe trainiert. Über die Gefahren bei Glätte und Frost wurde im Besonderen eingegangen. Das Element Wasser ist für die Feuerwehr ein elementares Gut zur Brandbekämpfung, jedoch auch verbunden mit vielen Gefahren im Winter, ob bei der Einsatzfahrt, als auch an der Einsatzstelle.

Lange Leitung bei Brand

Nicht jede Brandstelle ist mit kurzen Wegen verbunden: Besonders aufwendig gestaltet sich die Löschwasserversorgung, wenn Brandstelle weit von der Entnahmestelle des Löschwassers entfernt ist. Der Aufbau einer Löschwasserförderstrecke stand daher nicht nur im Mittelpunkt des Lehrgangs, sondern war, neben einer umfänglichen schriftlichen Prüfung, auch Teil der Lehrgangsabschlussprüfung.

Mit Schätzlineal und Lot ausgestattet ermittelten die Lehrgangsteilnehmer den Höhenunterschied der vorhergesehenen Schlauchstrecke und die notwendige Anzahl an Pumpen. Als Übungsörtlichkeit zur Wasserentnahme diente der „Reuthigraben“ bei Reuth bei Kastl. Über eine Strecke von rund 1,3 Kilometern und einem Höhenunterschied von circa 70 Metern wurde schließlich das Löschwasser auf die Anhöhe nach Neuenreuth gepumpt. Nahe des „Haidhügls“ wurde angenommen, dass eine Scheune brennt. Neben einer Tragkraftspritze zur Wasserentnahme wurden drei Verstärkerpumpen, sowie ein Löschfahrzeug am Ende der Förderstrecke eingesetzt.

Mit ausreichend Druck wurden somit 1000 Liter in der Minute durch die ausgelegten 65 B-Druckschläuche gefördert und an der „Strahlrohrstrecke“ abgegeben. Zügig war die lange Schlauchleitung verlegt: Der Schlauchwagen der Feuerwehr Kemnath, auf welchem gesamt zwei Kilometer Schläuche zur schnellen Verlegung lagern, wurde eingesetzt.

Als Ausbilder fungierten neben Lehrgangsleiter Alois Schindler auch Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther, die Kreisbrandmeister Florian Braunreuther und Peter Prechtl, als auch Ehrenkreisbrandinspektor Hans Zetlmeisl und Ehrenkreisbrandmeister Hans Vogel, sowie KBM-Ausbildung Klaus Schicker und weitere Kräfte umliegender Feuerwehren.

Kreisbrandrat Andreas Wührl dankte den Lehrgangsabsolventen für ihre aufgewendete Zeit und die Bereitschaft zur Teilnahme an diesem wichtigen Lehrgang. „Als Maschinist tragt ihr enorme Verantwortung bei Übung und Einsatz“, betonte der Kreisbrandrat. Lehrgangsleiter Alois Schindler würdigte das außerordentliche Interesse der Teilnehmer und dankte der Kastler Feuerwehr und dem Schützenverein für die Ausrichtung des Lehrgangs und die Nutzung der Räumlichkeiten.

20 Teilnehmer aus 15 Wehren

Erfolgreich abgeschlossen haben den Lehrgang Benjamin Schindler (Feuerwehr Brand), Thomas Sticht (Pullenreuth), David Zehfuß (Schönreuth), Tobias Thurm und Matthias Gollwitzer (Wildenreuth), Fabian Puss (Wiesau), Bastian Mark (Rosall), Daniel und Christian Wartinger (Ebnath), Manuel Köllner (Wetzldorf), Christoph Schinner (Zwergau), Michael Affolter und Florian Dummler (Grötschenreuth), Roland Oppl (Fuchsmühl), Markus Kroher (Kastl), Nick Danowski und Samuel Kausler (Kemnath), Sebastian Busch (Kötzersdorf), Patrick Drechsler (Oberwappenöst), Tobias Schraml (Neusorg).

 

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